Die Gemeinde - der Schlüssel zur begrünten Dachlandschaft

von Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Landskron

3. Weitere Fördermöglichkeiten

Die Kosten bei Kläranlagen liegen für die Behandlung von Schmutzwasser in gleicher Höhe wie die von Regenwasser. Daher fördern viele Länder und Städte die Verwendung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück durch Zuschüsse zum Beispiel für Zisternen. In Hessen wird die Verwertung von Niederschlagswasser wie auch die Entsiegelung von bebauten oder befestigten Flächen in vielen Gemeinden finanziell bezuschußt. In der Stadt Heidelberg sind es derzeit 12 DM/m² entsiegelter Fläche (FABRY und MOLITOR, 1997).

Einige Städte schreiben Gründächer nicht nur bei Neubauten vor, sondern sie fördern diese auch bei Sanierungen, Um- und Anbauten. So werden zum Beispiel im Innenstadtbereich Münchens extensive Dachbegrünungen bis zu 60 DM pro m² begrünter Dachfläche, jedoch mit höchstens 50% der Kosten bezuschußt. Nach einer Umfrage des ÖKO-TEST-Magazins förderten im Jahr 1994 von 186 befragten Städten mit über 50.000 Einwohnern immerhin 48 die Dachbegrünung.

Eine weitere Verbreitung der Dachbegrünung könnte durch die Ausschreibung eines Wettbewerbs: "Unser Dach soll schöner werden!" erzielt werden; dadurch könnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Zum einen würde die Öffentlichkeit über den Nutzen dieser Begrünungsform aufgeklärt und die noch immer bestehenden Vorurteile könnten abgebaut werden, zum anderen würde durch steigende Nachfrage der örtliche Gründachmarkt angekurbelt.